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Politik · 1 Min. Lesezeit

Gaia-X und EuroStack

Kurz gesagtViel Papier, wenig Produkt. Die brauchbaren Teile heißen inzwischen anders.

Gaia-X wurde 2019 von Deutschland und Frankreich angekündigt und sollte eine europäische Alternative zu den Hyperscalern werden. Diese Erwartung war von Anfang an falsch gesetzt, und daran ist der öffentliche Eindruck gescheitert.

Was Gaia-X tatsächlich ist

Kein Cloud-Anbieter. Ein Regelwerk. Gaia-X definiert, wie Anbieter beschreiben, welche Eigenschaften ihr Dienst hat — Standort, Zertifizierungen, Eigentümerstruktur, Rechtsraum — und wie sich das überprüfen lässt. Der Kern ist ein Vertrauens- und Nachweismodell, kein Rechenzentrum.

Als solches ist es nützlich, aber unsichtbar. Für die Öffentlichkeit, die ein „europäisches AWS" erwartet hatte, war das eine Enttäuschung.

Was daraus geworden ist

Die Konformitätsprüfung existiert und wird von einzelnen Anbietern genutzt. Wichtiger sind die abgeleiteten Vorhaben: Catena-X in der Automobilindustrie funktioniert und wird produktiv eingesetzt, weil dort ein konkretes Problem gelöst wurde — Lieferkettendaten austauschen, ohne die Datenhoheit aufzugeben.

Das ist das Muster: Wo es eine Branche mit einem echten Bedarf gibt, entsteht etwas. Wo eine Plattform ohne Bedarf gefördert wird, entsteht ein Konsortium.

EuroStack

Neuerer Vorstoß, andere Stoßrichtung: nicht Regelwerk, sondern Beschaffungspolitik. Die Idee ist, europäische Nachfrage zu bündeln und öffentliche Aufträge bevorzugt an europäische Anbieter zu vergeben, um überhaupt erst einen Markt entstehen zu lassen.

Ob daraus Politik wird, ist offen. Das Argument dahinter ist allerdings solide: Es fehlt weniger an europäischer Technik als an europäischen Kunden.

Was Sie damit anfangen

Als Unternehmen wenig, direkt. Aber die Gaia-X-Kriterien sind eine brauchbare Vorlage für die Fragen, die man einem Anbieter stellen sollte. Siehe Souveräne Cloud.

Quellen

Siehe auch

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