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Technik · 1 Min. Lesezeit

Souveräne Cloud

Kurz gesagtEin Wort ohne Definition. Fragen Sie, wer im Ernstfall den Stecker zieht.

„Souveräne Cloud" ist kein geschützter Begriff. Er wird für mindestens vier verschiedene Konstruktionen verwendet, die sehr unterschiedlich viel wert sind.

Die vier Stufen

Stufe 1 — Datenresidenz. Die Daten liegen in einem europäischen Rechenzentrum. Der Anbieter bleibt amerikanisch. Das ist die schwächste Form und schützt vor keiner Anordnung. Siehe US CLOUD Act.

Stufe 2 — Betriebssouveränität. Der Betrieb erfolgt durch europäisches Personal, oft über einen Treuhänder. Der Zugriff durch den Mutterkonzern ist vertraglich und technisch eingeschränkt. Besser, aber die Technik und die Lieferkette bleiben fremd.

Stufe 3 — Technische Souveränität. Die Plattform selbst ist europäisch oder quelloffen und könnte ohne den ursprünglichen Anbieter weiterlaufen. Hier liegt der Unterschied zwischen einem Vertrag und einer Fähigkeit.

Stufe 4 — Vollständige Souveränität. Eigentum, Betrieb, Technik und Schlüssel liegen in europäischer Hand. Selten und teuer, für die meisten Anwendungsfälle auch nicht nötig.

Die Frage, die alles klärt

Fragen Sie einen Anbieter nicht, ob er souverän ist. Fragen Sie: Wenn Ihr Mutterkonzern morgen angewiesen wird, uns abzuschalten — wer kann das technisch tun, und was passiert dann bei uns?

Wenn die Antwort einen Vertrag zitiert, ist es Stufe 2. Wenn sie beschreibt, wie der Betrieb ohne den Anbieter weiterläuft, ist es Stufe 3 oder höher.

Der ehrliche Zwischenstand

Angebote wie Delos Cloud oder die souveränen Ausgaben der Hyperscaler liegen auf Stufe 2. Für viele Behörden und Unternehmen ist das ein echter Fortschritt gegenüber dem Status quo — sie lösen das Problem der laufenden Datenverarbeitung, nicht das Problem der Abschaltbarkeit.

Wer beides braucht, kommt an europäischen Anbietern oder am Eigenbetrieb nicht vorbei.

Quellen

Siehe auch

Verwandte Begriffe