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Technik · 1 Min. Lesezeit

Datentreuhänder

Kurz gesagtEin europäischer Betreiber zwischen Ihnen und dem US-Konzern. Hilft, wenn der Konzern wirklich draußen ist.

Das Modell ist immer dasselbe: Ein US-Hersteller lizenziert seine Technologie an ein europäisches Unternehmen. Dieses betreibt sie in eigenen Rechenzentren, mit eigenem Personal, unter eigenem Vertrag. Der Hersteller liefert Software und Updates — und soll keinen Zugriff auf Kundendaten haben.

Bekannte Beispiele: Delos Cloud (SAP für Microsoft-Technik), die frühere Microsoft-Cloud Deutschland unter T-Systems, und mehrere Angebote der Hyperscaler mit lokalen Partnern.

Wovon es abhängt, ob das trägt

Drei Fragen entscheiden, und sie sind alle technisch, nicht juristisch.

Kann der Hersteller technisch zugreifen? Wenn Fernwartung, Telemetrie oder ein Support-Zugang existieren, dann ja — und dann greift der CLOUD Act über ihn. Siehe US CLOUD Act.

Wer hält die Schlüssel? Liegt die Schlüsselverwaltung beim Treuhänder oder beim Hersteller? Nur im ersten Fall ist der Hersteller wirklich draußen. Siehe Schlüsselhoheit (BYOK und HYOK).

Wer kann abschalten? Lizenzen, Updates und Zertifikate kommen weiter vom Hersteller. Bei einer Exportkontrolle oder einer Sanktion endet der Betrieb — nicht sofort, aber mit der nächsten Erneuerung. Das ist der Unterschied zwischen Datenschutz und Verfügbarkeit, und Treuhandmodelle lösen nur den ersten Teil.

Wofür es taugt

Für Organisationen, die eine bestimmte Software brauchen und den Datenabfluss verhindern müssen, ist es ein echter Fortschritt gegenüber dem Direktbezug. Es ist die Antwort auf die Frage „Wer sieht unsere Daten?" — und keine Antwort auf die Frage „Was, wenn wir morgen nicht mehr beliefert werden?".

Wer beide Fragen beantwortet haben will, landet bei Technik, die auch ohne den Hersteller weiterläuft. Siehe Souveräne Cloud.

Quellen

Siehe auch

Verwandte Begriffe